Theodor Windbrechtinger

Schauspieler

* 1875   † 1971

 

Lebenslauf

Theodor Windbrechtinger wurde am 7. September 1875 in Aspern an der Zaya geboren. Er legte sich, Schauspieler geworden, rasch den Künstlernamen “Turl Wiener” zu.

Ende des 19. Jahrhunderts begann seine Karriere als Schauspieler beim Theater. Er ging in Österreich auf Tournee. 1902 wurde er am Varieté-Theater Colosseum in Wien engagiert, wo er in den kommenden zehn Jahren aktiv blieb.

Gemeinsame Auftritte mit seiner Frau Fritzi Rolly

Programmankündigungen, Plakate und Zeitungsartikel kündigten Theodor Windbrechtinger als Varietékünstler und Repräsentanten des Urwiener Humors, als Coupletinterpreten und gefeierten Bühnen- und Operettenstar vor.

Er war mit Fritzi Rolly (1886 - 1964) verheiratet, die ihm an Popularität in nichts nachstand. Sie galt als „Wiens populärste Soubrette“. Gemeinsam mit ihr agierte er in mehreren Stummfilmen. So etwa in "Könige des Humors" (1922) und "Im Reich des Wiener Gassenhauers" (1923). Er trat mit ihr ebenso oftmals auf Theaterbühnen auf.

Zirkus Busch, Lustspielhaus, Komödienhaus, Bunte Bühne

1912 wagte er ein besonders ambitioniertes Unterfangen. Er übernahm den Zirkus Busch und erschuf daraus sein eigenes Varieté-Theater. Dieses musste er allerdings 1914 bereits wieder aus finanziellen Gründen aufgeben.

Turl Wiener trat auch am Lustspielhaus im Prater auf, leitete das Komödienhaus ab 1919, und agierte ab 1943 auch an der Bunten Bühne.

Varietétheater

Er verkörperte auf unvergleichliche Weise jenen Typus des Wiener Volkskomödianten und Grotesk-Humoristen, der in seinen Rollen und Texten ein buntes Panoptikum an Milieustudien und Charakterschilderungen der in Wien lebenden Bevölkerung bot, gerade so, wie das Publikum es sich wünschte.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts florierten in Wien die Varietétheater. Turl Wiener und Fritzi Rolly erarbeiteten sich in diesem Varietétaumel durch ihre wienerischen Darbietungen einen hohen Stellenwert. Unzählige Persiflagen auf aus dem Leben gegriffenen Wiener Volkstypen produzierte Turl Wiener für diesen Unterhal- tungsbetrieb, maßgeschneidert für sich und seine Frau, dem Inhalt nach pikant-witzig und dem Zeitgeist entsprechend. Selten lieferte er auch die Musik dazu.

„Tramwayschienenritzenkratzer“

Einer der wohl bekanntesten Schlager, die Theodor Windbrechtinger geschaffen hat, ist der „Tramwayschienenritzenkratzer“. Im Refrain heißt es:

"No, g’horschamst’r Diener,
bin a echte Wiener Tramwayschienenritzenkratzer, bem, vidi bem, fahr i so rund Ring’l,
mit mein Ritzensting’l,
schreit a jede: a, do geht a Böhm!"

Der Beruf des Schienenritzenkratzers wurde oft von tschechischen Zuwanderern ausgeübt. Dies Berufsgruppe war dafür zuständig, mit einem Kratzer und einem besonders flach und steif gebundenen Rutenbesen die Weichen zu reinigen. Dann schmierten sie diese mit in Wasser aufgeschwemmtem Graphit ein.

Tod

Turl Wiener starb am 15. August 1971 in Wien.

Das Ehrengrab für Theodor Windbrechtinger und Fritzi Rolly auf dem Friedhof Gersthof

Weblinks

Wir erinnern uns

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